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25.09.2017, 09:59 Uhr
Betriebsbesuche in Sömmerda und Kindelbrück
Systemlieferanten auf Wachstumskurs
Foto: Landratsamt Sömmerda

Im Rahmen seiner regelmäßigen Betriebsbesuche überzeugt sich Landrat Harald Henning gemeinsam mit Landtagspräsident Christian Carius von der Leistungsstärke der Unternehmen im Landkreis und der Vielfalt an Branchen, Produkten und Dienstleistungen. Am 25. September 2017 besuchten die Politiker den Werkstoff-und Aluminiumgeißereispezialisten TRIMET im Industiepark Sömmerda.

Empfangen wurde die Delegation unter anderem von TRIMET Aluminium SE-Vorstand Luigi Mattina und den Werksleitern Oliver Melzer und Bernd Pröbster. Nachdem Landrat Harald Henning Ende August zum Open Day, dem 2. Tag der offenen Betriebe in Sömmerda, aus terminlichen Gründen keine Zeit für einen Betriebsrundgang gehabt hatte, dankte er Luigi Mattina für die Gelegenheit, diesen so kurzfristig nachholen zu können. Bevor sich die Gäste in der Produktion umsehen konnten, erhielten sie einen umfassenden Einblick ins Produkt- und Leistungsspektrum des Familienunternehmens.

TRIMET wurde 1985 als Metallhandelsgesellschaft in Düsseldorf gegründet. In den 1990er Jahren trat das Unternehmen mit der Übernahme der Aluminiumhütte in Essen und dem Recyclingwerk in Gelsenkirchen in die Aluminiumproduktion ein. Heute betreibt TRIMET an acht Standorten in Deutschland und Frankreich vier Aluminiumhütten, zwei Recyclingwerke und mehrere Gießereien. Das Unternehmen produziert jährlich rund 775.000 Tonnen Aluminium und Aluminiumprodukte.

Im Jahr 2001 hatte TRIMET die aus dem ehemaligen Büromaschinenwerk Sömmerda hervorgegangene Aluminiumdruckgießerei übernommen und seither mit Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe zum erfolgreichen Geschäftsbereich Automotive ausgebaut. Jährlich produziert die TRIMET Automotive Sömmerda GmbH & Co. KG rund sechs Millionen Aluminiumdruckguss-erzeugnisse. Gemeinsam mit seinem Schwesterwerk in Harzgerode beliefert der Standort vor allem namhafte deutsche und internationale Automobilhersteller und deren Zulieferbetriebe mit einem breiten Spektrum von Bauteilen.

Zu den Produktionsschwerpunkten zählen Druckgussteile für Mechatroniken von Doppelkupplungs- und Automatikgetrieben, Motortragböcke, Halter und Strukturbauteile. Das Leistungsspektrum umfasst neben dem Gießen, der mechanischen Bearbeitung und dem Oberflächenfinish auch die Montage von fertigen Baugruppen sowie die Entwicklung und Konstruktion von Werkzeugen.

Wie Luigi Mattina informierte, seien die Produktionskapazitäten des Sömmerdaer Werks voll ausgelastet und würden derzeit um zwei neue Druckgussanlagen erweitert. Der Mittelständler investiere hierzu rund 2,5 Millionen Euro und plane auch die Einstellung zusätzlichen Personals. In Sömmerda beschäftigt TRIMET aktuell 212 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 13 Auszubildende. Das Unternehmen legt besonderen Wert auf die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter und wurde für die Qualität der Ausbildung bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Suche nach geeignetem Nachwuchs und Fachkräften gestalte sich allerdings immer schwieriger, so Mattina.

Mit dem Kapazitätsausbau begegne TRIMET dem steigenden Bedarf der Automobilbranche an Druckgussteilen aus Aluminium, erläuterte Luigi Mattina. Speziallegierungen und maßgeschneiderte Produkte aus Aluminium trügen zur Gewichtsreduktion und Effizienz von Fahrzeugen bei. Der anhaltend steigende Bedarf der Automobilindustrie nach Strukturteilen aus Aluminium sorge für ein überproportionales Wachstum des Geschäftsbereichs. So beginne am Standort Sömmerda Mitte 2018 die Serienproduktion zur Erfüllung eines weiteren Großauftrags durch einen deutschen Premiumhersteller. Über einen Zeitraum von rund sieben Jahren würden dann jährlich rund 500.000 Satz Mechatronikteile eines Automatikgetriebes der neuesten Generation ausgeliefert.

Der nächste Besuch galt der Hyrican Informationssysteme AG.

Der Entwicklung so innovativer wie individueller Lösungen hat sich auch das Unternehmen verschrieben, welches die zweite Station der Betriebsbesuche am 25. September war. Firmengründer und Vorstandsvorsitzender Michael Lehmann und Projektmanager Ralf Wittig gewährten Landrat Harald Henning und Landtagspräsident Christian Carius einen Einblick in das Profil und die Entwicklung der in Kindelbrück ansässigen Hyrican Informationssysteme AG.

Das Unternehmen hat sich seit 1990 als renommierter IT-Systemanbieter etabliert. Das Produktportfolio umfasst PCs, Notebooks, Server, Workstations und Peripherie. Als Hardwareanbieter beliefert Hyrican den IT-Fachhandel sowie Systemhäuser und Elektrohandelsketten. Ein zweiter Schwerpunkt liegt im Bereich der Informationstechnologie.

Das 45-köpfige qualifizierte Mitarbeiterteam stellt kundenspezifische IT-Lösungen für in- und ausländische Kunden her. Betreut werden gewerbliche Kunden und öffentliche Auftraggeber von der Angebotsphase bis zur Realisation. Großen Wert legen die Kindelbrücker dabei auf konsequente Kundenorientierung bei der Entwicklung individueller Anwendungslösungen, herstellerübergreifende Technologiekompetenz sowie Flexibilität in der Fertigung.

Umfangreiche Service- und Supportleistungen runden das Leistungsprofil ab. So gehören maßgeschneiderte Schulungskonzepte ebenso zum Lösungsportfolio wie die Datensicherung oder der Hardwareaustausch vor Ort. Dieser Dienstleistungsanteil solle perspektivisch sogar noch ausgebaut werden, erläuterte Ralf Wittig. Wachstumspotentiale verspreche sich Hyrican auch von der zunehmenden Digitalisierung im Bildungsbereich und der damit zusammenhängenden technischen Ausstattung der Schulen.

Insgesamt zeigte sich Michael Lehmann zufrieden mit der Entwicklung des Unternehmens. Herausforderungen etwa durch den massiv geschrumpften PC-Markt oder durch die immer rasanter verlaufende technologische Weiterentwicklung habe man bislang stets meistern können. Einen wesentlichen Anteil daran habe das motivierte Mitarbeiterteam, das durch regelmäßige Weiterbildungen in der Lage sei, für jeden Kunden die passende und jeweils aktuellste Systemlösung anzubieten. Nicht zuletzt dieses Knowhow lässt Michael Lehmann positiv in die Zukunft blicken.